Die Polizei als Büttel der Verkehrsbetriebe?
Dienstag, den 26. Februar 2008Es war nicht das erste Mal, dass ich so etwas erlebe: Die Straßenbahn hält am Friedrichsplatz in Ruhrort. Ich steige aus, da kommt ein ganzes Rudel DVG-Kontrolleure an und will die Fahrtausweis sehen. Ja – sie haben richtig gelesen, diese Typen wollten mich kontrollieren, als ich schon auf der Straße stehe. Das ist aber noch nicht alles: diese fast immer etwas schmierigen Kontroll-Typen werden flankiert von den üblichen fettleibigen Polizisten aus der Innenstadtwache am Rathaus und aus Ruhrort. Beschwert habe ich mich bei einem, der Sch. heißt und behauptete, dies auf Anweisung der Staatanwaltschaft zu tun. Wie genau diese Anweisung aussieht, hätte ich gern mal erfahren: denn Fahrscheinkontrolle bei einer privaten Firma ist sicher nicht die Aufgabe der Polizei. Was also machen die da? Die Kontrolleure der DVG beschützen? Oder es mal wieder Zeit, die Kriminalstatistik in Duisburg zu schönen? Denn seltsamerweise ist Schwarzfahren eine Straftat, nicht aber Falschparken. Die Aufklärungsquote beim Schwarzfahren liegt bei 98-99% – ist ja auch nicht anders zu erwarten (zumindest 1% der Schwarzfahrer konnte sich allerdings wohl verdrücken). So steigt dann die Aufklärungsquote, denn bei Wohnungseinbrüchen liegt sie nur noch im unteren zweistelligen Bereich von durchschnittlich 12-15%, bei KFZ-Einbrüchen nur noch im einstelligen Prozentbereich. Da wundert es nicht, das die Gesamtaufklärungsquote plötzlich bei 49,31 % liegt. “Bei mehr als 3 von 10 registrierten Straftaten handelt es sich entweder um Laden- oder Fahrraddiebstahl, Sachbeschädigung oder Erschleichen von Leistungen (“Schwarzfahren”) …”
Quelle: Kriminalstatistik Duisburg 2005
Eine Statistik gefällig (die “Leistungserschleichung” erscheint in der Duisburger Kriminalstatistik übrigens gleich hinter den Sexualdelikten):

Quelle: Kriminalstatistik Duisburg 2005