Die MAFIA in Duisburg XXXVI
Samstag, den 6. Dezember 2008“(…) In Erfurt machte der Kalabrier Spartaco Pitanti von sich reden, der bereits im Jahr 2000 in einem BKA-Bericht erwähnt wurde. Pitanti betrieb in Erfurt das Restaurant ‘Paganini im Gildehaus’: ein Restaurant mit 400 Plätzen, kein schlechter Anfang für jemanden wie Pianti, der laut Aussagen von Ermittlern einst als Pizzabäcker in der Pizzeria ‘Da Bruno’ angefangen hat. (…) Als die Polizei wegen Pitantis mutmaßlicher Beteiligung an einem Mord eine Hausdurchsuchung im Restaurant ‘Paganini’ machte, traf sie dort auf den damaligen thüringischen Ministerpräsidenten Bernhard Vogel und seinen Innenminister Richard Drewes – beide hätten sich durch Zufall dort aufgehalten, beteuerte Pitanti. Der im Übrigen ohnehin über exzellente Beziehungen zur Polizei verfügt: Bei einer weiteren Durchsuchung hatte die Polizei bei ihm einen Ausweis für eine Interpol-Konferenz in Rom gefunden, der ihn als Übersetzer für die usbekische Delegation auswies. Der Ausweis sei vom saarländischen Innenminister ausgestellt worden.”
Quelle: Petra Reski MAFIA, Seite 157-158
“Wie oft sind hier auf dem Präsidium (gemeint ist das Duisburger Polizei-Präsidium, p-g) Italiener vernommen worden, die mittelos nach Deutschland kamen, ein halbes Jahr als Pizzabäcker arbeiteten und schließlich die halbe Innenstadt von Duisburg kauften? Und die auf die Frage, woher das Geld komme, sagten: von meinem Onkel in Italien”
Quelle: Reski, Mafia, Seite. 193
Der Mann ist wirklich aktiv:
“Kassel. Das Warten hat ein Ende. Anfang September wird ein neues Restaurant an der Garnisonkirche (Entenanger) eröffnet. Die bisherigen Namen Rossini und Caruso sind dann Geschichte. “Wir fangen ganz neu an und nehmen dafür noch einmal richtig Geld in die Hand”, sagt Eigentümer Joachim Loh. 150 000 Euro steckt der 65-jährige Unternehmer aus Haiger, der in Kassel auf die Welt kam, in die Renovierung. Noch mehr Geld investiert sein neuer Pächter Spartaco Pitanti. Er steigt mit 400 000 Euro ein.”
Quelle: Nachrichten Kassel, 3.7.2008
Wie schon zu vermuten war, war das Da Bruno-Massaker in Duisburg Teil der Verteilungskämpfe innerhalb der Clans. Ziel des Massakers war nach Angaben italienischer Zeitungen die Tötung von Marco Marble. Die anderen Toden waren wahrscheinlich “am falschen Ort zur falschen Zeit”, wie es so schön heißt.