Die Huren des Journalismus

Donnerstag 10. Mai 2007 | admin

“Vorbei die Zeiten, als wenigstens noch ein rasch angelesener Vulgärmarxismus kursierte, der die Welt perfekt zu erklären suchte. Heute klammert sich der pseudokritische Weltgeist des Pop nur noch an ein Kürzel des Bösen. G8. Zu Adornos Zeiten hätte man das einen lupenreinen “Fetisch” genannt. Zwischen angesagtem Polit-Chic, Pop-Pose und Widerstandsritual entfaltet sich das globalgute Gemeinschaftsgefühl dann wie von selbst.”

Quelle: SPON

Während die Staatsmacht die Knüppelarbeit bevorzugt, arbeiten die “intellektuellen” Scharfmacher vom Spiegel mit Denunziation. Marxismus ist natürlich nur noch ein “angelesener Vulgärmarxismus”, der (Hegelsche?) Weltgeist ist nur noch pseudokritisch. “Zu Adornos Zeiten” — welche Zeit meint ihr, die von Euch so sehr geschmähten 68er? Und die Wortschöpfung vom “globalguten Gemeinschaftsgefühl” kommt wohl aus der Ecke, die die Linke auch schon mal als Gutmenschen denunziert — das Vokabular der neokonservativen Antideutschen.

fight g8!

Mittwoch 9. Mai 2007 | admin

Ich bin dabei – jetzt erst recht!

6. bis 8. Juni — Ostseebad Heiligendamm

Rausch Made by Broder

Dienstag 8. Mai 2007 | admin

Broder der Haß-Prediger, oder: kann man so etwas noch übertreffen? (im Ernst: auch das wird er noch übertreffen – der Mann hat keine Schamgrenze):

“Vor ein paar Tagen hat eine kleine Neonazi-Gang bei einer Pro-Israel-Kundgebung in München ‘Juden raus aus Palästina!’ gerufen. Es können natürlich auch als Rechte verkleidete antiimperialistische Linke gewesen sein, denn die Idee, den Nahen Osten ‘judenrein’ zu machen, ist für Rechte wie Linke gleichermaßen berauschend.”

Quelle: Die Achse des Guten

‘Lesebuch’ klassischer philosophischer Texte

Sonntag 6. Mai 2007 | admin

Eine wunderbare Zusammenstellung klassischer philosophischer Texte findet man auf den Seiten von Klaus Hoefig: von den Vorsokratikern wie Parmenides bis zum kritischen Rationalismus von Kant. Die Seite ist noch im Aufbau.

Rausch Made by SPIEGEL ONLINE

Donnerstag 3. Mai 2007 | admin

Mal wieder ein typischer SPON-Artikel:

HANF-REPUBLIK DEUTSCHLAND Marihuana made in Germany:

Doch das Gras “made in Germany” birgt Gefahren. Längst nicht alle Cannabis-Konsumenten ahnen, wie berauschend dieses Gewächshaus-Grünzeug wirken kann.

Doch: alle Cannabis-Konsumenten wissen, wie berauschend das Gewächshaus-Grünzeug ist, deshalb konsumieren sie es ja. Und die Gefahren kennt man auch: man wird breit.

“Durch die professionelle Bewirtschaftung der Plantagen, und weil die Pflanzen oft aus genmanipuliertem Saatgut stammen, kann die Wirkstoff-Konzentration der Indoor-Drogen bis zu vier Mal höher sein als bei herkömmlich angebautem Marihuana. Die Suchtgefahr steigt dadurch extrem an”, warnt LKA-Sprecher Scheulen.

Typische Propaganda: “genmanipuliertes Saatgut”. Bevor man mit diesem Wort so schön Angst machen konnte, nannte man es Zucht. Oder sind alle Hunderassen das Ergebnis von Genmanipulationen?
Die Indoor-Drogen lassen sich übrigens auch bequem aufm herkömmlichen Balkon anbauen.

Über die sogenannte Suchgefahr beim Cannabis-Konsum kann man übrigens sich nicht nur im öffentlich-rechtlichen Fernsehen z.B. bei ARTE (Cannabis – Die Wissenschaft vor 100 Fragen), sondern auch in wissenschaftlichen Publikationen informieren: eine Suchtgefahr gibt es nämlich nicht.

“Nedelmann, Carl, Drogenpolitik: Das Verbot von Cannabis ist ein „kollektiver Irrweg”
Deutsches Ärzteblatt 97, Ausgabe 43 vom 27.10.2000, Seite A-2833 / B-2429 / C-2257
THEMEN DER ZEIT: Forum

Der Autor vertritt die These, dass der Konsum von Cannabis keinen ernsthaften Schaden nach sich zieht – weder körperlich noch seelisch, weder akut noch chronisch. Das Cannabis-Verbot könne daher nicht durch medizinische Argumente gestützt werden.” Für die Gras-Gärtner jedoch ist der THC-Gehalt der Drogen von entscheidender Bedeutung: Je höher die Rauschwirkung, desto besser der Preis, so einfach ist die Rechnung auf der Straße.

Je höher die Rauschwirkung… da kann nur sagen: breiter als breit wird man auch durch “hochprozentiges” Cannabis nicht – man raucht nur weniger. Das interessante am Preis für Cannabis-Produkte ist, das er in den letzten 30 Jahren stabil geblieben ist. Für gute rauchbare Sorten zahlt man – wie schon vor dreißig Jahren zwischen 4 und 8 Euro.

Eine Faustformel der Fahnder besagt, dass sich aus 100 Kilogramm getrockneten Cannabis-Pflanzen etwa vier Kilogramm Marihuana gewinnen lassen, Marktwert 32.000 Euro. “Die Gewinnspanne ist enorm”, so Scheulen.

Also noch mal langsam: aus 100 kg getrockneten Cannabis-Pflanzen lassen sich exakt 100 kg Marihuana gewinnen oder 4 kg Haschisch: denn, ob SPON es glaubt oder nicht, getrocknetes Cannabis nennt man in der Regel Marihuana.
Die Gewinnspanne ist enorm … da hat er aber Unrecht. Wieviel Arbeit im Anbau von Cannabis steckt, kann man z.B. bei T.C. Boyle “Grün ist die Hoffnung” nachlesen. Und haben die Autoren eine Ahnung davon, welche Menge 100 kg Cannabis sind?
Über die wirtschaftlichen Interessen an einem Hanfverbot ein kleiner Exkurs in die Geschichte:

“Bis in das erste Drittel des 20. Jahrhunderts war Cannabis, gewöhnlich in Form von alkoholischen Extrakten, ein leicht verfügbares Medikament; im 19. Jahrhundert eines der am häufigsten verschriebenen. Im Jahre 1925 fand die Internationale Opiumkonferenz in Genf statt. Dort wurde auch ein Verbot von Cannabis diskutiert. Während der Zeit der Prohibition in den USA wurde auch Cannabis zunehmend als eine Gefahr für die Gesellschaft angesehen. Hintergrund war jedoch, dass die mächtigen Baumwollfarmerverbände der Südstaaten und Tabakproduzenten fürchteten, Marktanteile an Hanf zu verlieren und unter Hinweis auf die Rauschwirkung zum Verbot drängten. Kombiniert mit gezieltem Lobbyismus zwischen 1935 und 1937 des Hearst News Network des Medienzars William Randolph Hearst, der wegen der Aussicht einer preisgünstiger werdenden Papierproduktion mit Hanf hohe finanzielle Verluste befürchtete, und der Chemiefirma DuPont, die unter anderem Nylon und Rayon produzierte, dürfte das letztendlich zum de facto-Verbot im Jahr 1937 geführt haben. Vermutlich steht dies auch im Zusammenhang damit, dass 1933 in den USA die Alkoholprohibition aufgehoben worden war und der damit verbundene riesige staatliche Verfolgungsapparat somit ohne sinnvolle Beschäftigung war; so war die treibende Kraft des US-Cannabisverbots, der Vorsitzende des „Bureau of Narcotics“ Harry J. Anslinger, vor 1933 im „Prohibition Bureau“ für die Durchsetzung des Alkoholverbots zuständig gewesen.”

Quelle: Wikipedia

Darüber lesen wir in SPON aber nie etwas. Seltsam. Und dann sollten wir auch nicht vergessen, dass SPIEGEL-Gründer Augstein ein alter Kiffer war (wurde mal wegen Besitzes von 40g Haschisch festgenommen). Das steht natürlich auch nicht in SPON.

Nachtrag: Eine gute Quelle zum Thema: Das Hanf-Buch, der informative Video-Film Grass – War On Drugs (englisch) auch bei Google-Video.

Als würde ich gegen eine Wand sprechen.

Mittwoch 2. Mai 2007 | admin

Eine Reporterin von CNN hörte die Geschichte von einem alten Juden in Jerusalem, der seit vielen Jahren zwei Mal täglich an die Klagemauer geht. Sie beobachtete ihn beim Gebet und bat ihn danach um ein Interview. Das Gespräch hat folgenden Wortlaut:
“Rebecca Smith, CNN News. Mein Herr, wie lange kommen Sie schon hierher um zu beten?”
“Ungefähr 50 Jahre.”
“Wofür beten Sie?”
“Für den Frieden zwischen Juden und Arabern. Dafür, dass all dieser Hass aufhört. Dafür, dass unsere Kinder in Sicherheit und Freundschaft aufwachsen können.”
“Wie fühlen Sie sich, nachdem Sie das 50 Jahre lang gemacht haben.?”
“Als würde ich gegen eine Wand sprechen.”

Quelle: Friensratschlag Uni Kassel 

Ich werde ständig nach der Religion gefragt

Montag 30. April 2007 | admin

Ich finde es grässlich, dass wir Türken immer zuerst unter dem Aspekt des Islam gesehen werden. Ich werde ständig nach der Religion gefragt und fast immer mit einem negativen Unterton, der mich wütend macht. Es stimmt, die Mehrzahl meiner Landsleute sind Muslime. Aber wenn Sie mein Land wirklich verstehen wollen, müssen Sie dessen Geschichte sehen und unsere stete Orientierung nach Europa. Es gibt geradezu eine Hassliebe der Türken zur europäischen Kultur. Die Türkei ist ein Teil Europas.

Orhan Pamuk in SPON

Ausnahmsweise mal ein Artikel in SPON, den man lesen kann ohne sich an den Kopf zu fassen.

Broder in Duisburg

Samstag 28. April 2007 | admin

Im Rahmen der Duisburger Akzente findet ein “Vortrag mit Lesung und Diskussion” mit Hendryk M. Broder statt. Sein Buch “Hurra, wir kapitulieren” findet wie selbstverständlich seinen Platz in einem Verlagsprogramm mit anderen neokonservativen/rechten Geistesgrößen vom Schlage Herman oder Rohrmoser.
Broder gehört zur deutschen Sektion der kriegshetzenden, rassistischen US-Israel-Lobby vertreten durch:

PoliticallyIncorrect – HonestlyConcerned – Bahamas – Lizas Welt – Gruene-Pest – Rebellog – Achgut – ipahb u.a.
(ich möchte die nicht verlinken – einfach googeln!)

Es ist davon auszugehen, dass ein Haufen der mittlerweile weit rechts agierenden Antideutschen (in Duisburg besonders von Leuten um das Uni-Blättchen T34 ) vertreten sein wird. Kann also spannend werden.

Termin: Dienstag, 8. Mai 2007 – 20.00 Uhr – Zentralbibliothek Duisburg, Düsseldorfer Straße 5-7

Der Osten ist sensibilisiert …

Dienstag 24. April 2007 | admin

Monthy Pyton Terry Jones über iranische “Geiselnahmen”

Samstag 21. April 2007 | admin

“No hoods. No electric shocks. No beatings. These Iranians clearly are a very uncivilised bunch.
Terry Jones is a film director, actor and Python”

Quelle: Guardian Unlimited

Teil-Übersetzung gibts bei FREACE, dort findet sich auch ein Kommentar zu den Bildfälschungen von SPON.


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