Archiv der Kategorie ‘Verbrechen‘

“Der Mafia geht es so gut wie vor mindestens 20 Jahren”

Samstag, den 15. August 2009

“Die Mafia kann in Italien und der ganzen Welt nur weiterbestehen, solange sie Teil der Gesellschaft und der Politik ist. Sie vertritt die Interessen der Politik, die Politik wird also immer die Mafia unterstützen. Dass dahinter nicht nur die Mafia steckt (den Mord an Falcone, p-r), war von Anfang an klar und die Politiker werden versuchen, das ganze so schnell wie möglich zu vertuschen. Seine Aussage ist unkonkret. Staatsanwälte und Polizei müssen sich irgendwie einreden, dass es besser geworden ist. Ich sehe überhaupt keine Fortschritte, im Gegenteil: Der Mafia geht es so gut wie vor mindestens 20 Jahren.”
Petra Reski in: der standard

Na dann …

Sonntag, den 17. Mai 2009

According to reports out of Kabul, the Taliban announced that they have waterboarded three U.S. soldiers taken prisoner. The Taliban commander asserted that waterboarding is not torture and does not violate the Geneva Convention or U.S. law. He assured everyone that a medical officer monitored all waterboarding sessions to insure that no permanent damage was done to the soldiers. In addition, he said they were careful to follow the directions on waterboarding in a SERE training manual they found posted on the internet.
In support of his assertion that waterboarding is not torture, the Taliban commander cited legal analysis produced by the Office of Legal Counsel of the U.S. Department of Justice. He pointed out that the authors of this legal analysis are a respected federal judge on the second highest court in America and a professor at a top American law school. The Taliban commander also referred to the careful legal analysis of a Distinguished Professor of Law who concluded that waterboarding is not torture because U.S. trainers did it to their own troops “hundreds and hundreds of times.”

Quelle: balkin.blogspot.com gefunden bei fefe

Die MAFIA in Duisburg XXXVIII

Montag, den 15. Dezember 2008

Während – wie man hört – die Sonderkommissionen aufgelöst werden und wieder der Alltag eingezogen ist, meldet sich in Italien der mutmaßliche Teilnehmer am Da Bruno-Massaker in Duisburg in der italienischen Wochenzeitung PANORAMA zu Wort.
Und was sagt Giovanni Strangio: Naja, das übliche: Ich wars nicht.
“In dem Interview bezeichnete sich Giovanni Strangio als unschuldig verfolgter Italiener, dem nichts anders vorzuwerfen sei, als in San Luca geboren worden zu sein – ein armer, arbeitsamer Italiener, den die Arbeitslosigkeit zwang, nach Deutschland zu emigrieren. Einer, der nach dem Massaker von Duisburg in Sippenhaft genommen worden sei. Für den Mafioso war das Interview ein voller Erfolg. Denn ihm gelang es nicht nur, darin die Existenz der ‘Ndrangheta zu leugnen, sondern auch sich als zärtlich sorgender Vater darzustellen, dessen junge Ehefrau nichts anderes sehnlicher erwartet, als die Rückkehr des zu Unrecht Verfolgten.”
Quelle: reskisrepublik

Die MAFIA in Duisburg XXXVII

Sonntag, den 14. Dezember 2008

Im Februar nächsten Jahres gibts ein neues Buch von Jürgen Roth über die Mafia – Und hoffentlich auch mal mehr Informationen zur kalabresischen ‘Ndrangheta.
»Auch deutsche Politiker stehen auf unserer Gehaltsliste. Das große Geld kann man nur verdienen, wenn die Politik mitmacht.« Capo, Pate der Mafia
Erstmals wird dokumentiert, wie die gefährlichsten Mafiaorganisationen Ndrangheta und die Russenmafia Deutschland mithilfe von Politik und Wirtschaft unterwandern. Seit den Morden von Duisburg ist die kalabresische Ndrangheta in Deutschland in der Öffentlichkeit bekannt. Was als Fehde verfeindeter Clans dargestellt wird, ist in Wahrheit nur ein »Betriebsunfall« bei der Unterwanderung Deutschlands durch Mafiaorganisationen – egal ob durch italienische oder russische Clans. Denn es geht längst nicht mehr nur um Schutzgelderpressung, Prostitution oder Drogenhandel, sondern um Macht und Einfluss auf politische und wirtschaftliche Entscheidungen, die man sich durch milliardenschwere Investitionen erkauft, wie in Mecklenburg-Vorpommern oder wie das sizilianische Syndrom in den neuen Bundesländern funktioniert. Auch die Hintergründe des Sachsensumpfes werden erstmals beleuchtet oder wie der russische Geheimdienst in Deutschland operiert und mit der Russenmafia kooperiert. Williger Türöffner beim Eintritt in die ehrenwerte deutsche Gesellschaft spielt eine illustre Seilschaft aus Politik, Wirtschaft und Justiz, die auf beiden Augen blind ist – solange die Kasse stimmt Fazit: Die Mafia ist bei uns angekommen. Ganz oben. Mit brisanten neuen Fakten zu Fällen aus Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Thüringen sowie Österreich und der Schweiz.

Jürgen Roth, Mafialand Deutschland, Eichborn Verlag Ag, Februar 2009

Die MAFIA in Duisburg XXXVI

Samstag, den 6. Dezember 2008

“(…) In Erfurt machte der Kalabrier Spartaco Pitanti von sich reden, der bereits im Jahr 2000 in einem BKA-Bericht erwähnt wurde. Pitanti betrieb in Erfurt das Restaurant ‘Paganini im Gildehaus’: ein Restaurant mit 400 Plätzen, kein schlechter Anfang für jemanden wie Pianti, der laut Aussagen von Ermittlern einst als Pizzabäcker in der Pizzeria ‘Da Bruno’ angefangen hat. (…) Als die Polizei wegen Pitantis mutmaßlicher Beteiligung an einem Mord eine Hausdurchsuchung im Restaurant ‘Paganini’ machte, traf sie dort auf den damaligen thüringischen Ministerpräsidenten Bernhard Vogel und seinen Innenminister Richard Drewes – beide hätten sich durch Zufall dort aufgehalten, beteuerte Pitanti. Der im Übrigen ohnehin über exzellente Beziehungen zur Polizei verfügt: Bei einer weiteren Durchsuchung hatte die Polizei bei ihm einen Ausweis für eine Interpol-Konferenz in Rom gefunden, der ihn als Übersetzer für die usbekische Delegation auswies. Der Ausweis sei vom saarländischen Innenminister ausgestellt worden.”
Quelle: Petra Reski MAFIA, Seite 157-158

“Wie oft sind hier auf dem Präsidium (gemeint ist das Duisburger Polizei-Präsidium, p-g) Italiener vernommen worden, die mittelos nach Deutschland kamen, ein halbes Jahr als Pizzabäcker arbeiteten und schließlich die halbe Innenstadt von Duisburg kauften? Und die auf die Frage, woher das Geld komme, sagten: von meinem Onkel in Italien”
Quelle: Reski, Mafia, Seite. 193

Der Mann ist wirklich aktiv:
“Kassel. Das Warten hat ein Ende. Anfang September wird ein neues Restaurant an der Garnisonkirche (Entenanger) eröffnet. Die bisherigen Namen Rossini und Caruso sind dann Geschichte. “Wir fangen ganz neu an und nehmen dafür noch einmal richtig Geld in die Hand”, sagt Eigentümer Joachim Loh. 150 000 Euro steckt der 65-jährige Unternehmer aus Haiger, der in Kassel auf die Welt kam, in die Renovierung. Noch mehr Geld investiert sein neuer Pächter Spartaco Pitanti. Er steigt mit 400 000 Euro ein.”
Quelle: Nachrichten Kassel, 3.7.2008

Die MAFIA in Duisburg XXXV

Freitag, den 28. November 2008

Die Klage Milsers gegen den Droemer Verlag wurde gestern von der 8. Zivilkammer des Duisburger Landgerichts zurückgewiesen

“Im einstweiligen Verfügungsverfahren entschieden die Richter, dass die von Milser beanstandeten Textpassagen “keine falsche Tatsachenbehauptung” darstellten. Der Verlag habe im Prozess hinreichend glaubhaft gemacht, dass ein in dem Buch zitierter Bericht des Bundeskriminalamtes authentisch sei.
In diesem Bericht über die Aktivitäten der ‘Ndrangheta in Deutschland, so schreibt es die Autorin Reski, habe das BKA gegen die Inhaber des Landhauses Milser wegen des Verdachts auf Geldwäsche ermittelt. Ohne Ergebnis, auch das steht in dem Buch. “

Quelle: derWesten 27.11.08

W e r hat denn da eigentlich ermittelt bzw. das Verfahren offenbar eingestellt? Das bleibt unklar. Das BKA bzw. die Bundesanwaltschaft werden es vermutlich nicht gewesen sein – die schalten sich bekanntermaßen nur bei “ganz harten Fällen” ein.
Zweite Frage: Wieso ist es eigentlich zu einem Anfangsverdacht wegen Geldwäsche gekommen – die ermitteln doch nicht einfach ins Blaue hinein? (Danke an O.)

Ach ja: heute ergeht das Urteil im Prozess Pelle vs. Droemer-Verlag. Herr Pelle wird, so vermute ich, ebenfalls eine Abfuhr vor Gericht bekommen.

Die MAFIA in Duisburg XXXIV

Samstag, den 22. November 2008

Petra Reskis „Mafia“-Buch trotz Verbots mit Schwärzungen auch weiterhin erhältlich

München, 20. November 2008 – Der Droemer-Verlag hat heute eine beim Landgericht München I erwirkte Einstweilige Verfügung gegen das Buch der deutschen Journalistin Petra Reski mit dem Titel „Mafia: Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern“ erhalten.
Beantragt wurde die Einstweilige Verfügung von den Anwälten des Gastronomen Spartaco Pitanti *, dessen Aktivitäten Petra Reski in ihrem von der deutschen Presse hoch gelobten Buch, das sich auch mit den Verstrickungen der Mafia in Deutschland beschäftigt, beschreibt. Eine kurze Passage über Spartaco Pitanti darf vorerst nicht weiter verbreitet werden.
Der Verlag wird Widerspruch gegen die Einstweilige Verfügung einlegen und ist zuversichtlich, dass diese aufgehoben werden wird. Bis dahin muss der Verlag das Verbot beachten und die betroffene Textstelle schwärzen.
Bei einer Lesung in Erfurt, wo Spartaco Pitanti bestens bekannt ist, da er dort über lange Jahre ein Restaurant betrieben hat, war es in der vergangenen Woche zu verbalen Angriffen gegen Petra Reski gekommen, an denen sich mehrere Personen aus dem Publikum, sowie der ebenfalls anwesende ehemalige Bürgermeister von Erfurt beteiligten. Mittlerweile gibt es zu diesem Vorfall auch Reaktionen von italienischen Spezialisten: Der Chef des Mobilen Einsatzkommandos von Reggio Calabria kommentierte gegenüber der Autorin den Vorfall in Erfurt: Es sei erstaunlich, dass die deutsche Polizei eine solche Veranstaltung ohne Polizeischutz gelassen habe – und ohne die Dokumente aller zu kontrollieren, die sich an der Diskussion beteiligten.
Weder Verlag noch Autorin lassen sich allerdings verunsichern. Bei einer ausverkauften Veranstaltung im Münchner Literaturhaus am letzten Sonntag sagte Petra Reski auf eine entsprechende Frage des Moderators Giovanni di Lorenzo, der auf das Schicksal des zur Zeit im Untergrund lebenden Anti-Mafia-Autors Roberto Saviano verwies: „Nein, ich habe keine Angst vor der Mafia“.

Quelle: reskisrepublik

Nicht nur ich würde mich freuen, wenn Petra Reski auch in Duisburg eine Autorenlesung veranstalten würde. Die Reaktion einiger “Zuhörer” auf die Duisburg-Passagen in ihrem Buch wird wahrscheinlich wie in Erfurt ausfallen. Dagobert Lindlau (der übrigens mit dem Buch DER MOB eines der wichtigsten Bücher über das organisierte Verbrechen in Deutschland schrieb, und zwar schon 1989!) schildert im genannten Buch eine ähnliche Geschichte wie in Erfurt (siehe oben): “Schon zu Beginn der Veranstaltung (ein Vortrag an einer Uni in München, p-r), fallen mir in der ersten Reihe zwei junge Männer auf. Sie unterscheiden sich von den anderen Studenten. Beide sind leger und teuer angezogen (…) Statt der Nieten sitzen an den Taschen unauffällige Brillianten (…) Sie verfolgen die akademische Diskussion mit gerunzelter Stirn. Die Naivität einiger Fragen amüsiert sie. Unsere Antworten erregen ihre Mißbilligung. Gegen Ende der Veranstaltung meldet sich der Große zu Wort: Er wolle etwas Prinzipielles zu unserer Sendung über das “sogenannte” organisierte Verbrechen sagen. Die Sendung sei “einseitig, unobjektiv und unausgewogen” (sic) gewesen, denn sie habe Partei gegen das organisierte Verbrechen ergriffen. (…) In der üblichen Manier des Fernsehens hätten wir “manipuliert” und einerseits “unterschlagen”, was für das organisierte Verbrechen, und “hochgespielt”, was gegen das organisierte Verbrechen spreche. (…) Mir ist nur allzu klar, daß es sich bei unseren Diskutanten um Interessenvertreter aus dem Mob handeln muß”
(in: Dagobert Lindlau, DER MOB, Seite 253-254)

Der ehemalige Bürgermeister von Erfurt (neben dem Ruhrgebiet eine der deutschen Hochburgen der ‘Ndrangheta) ist auch Petra Reski in dem ZDF-Film “Im Netz der Mafia” aufgefallen: “Beeindruckt hat mich das Statement des ehemaligen Erfurter Bürgermeisters Manfred Ruge – der auf die Frage, ob man nicht vielleicht etwas leichtfertig die Augen angesichts der Investition von Mafiageldern verschlossen habe, mit entwaffnender Offenheit stammelte:
‘Bedeutet das ‘mafiose Strukturen’, wenn schmutziges Geld, das woanders schmutzig verdient worden ist … und dann hier letzten Endes hier an den Mann gebracht wird … ist denn nicht die Ursache des Ganzen die, ich sag mal: die Struktur … die es ermöglicht, dass diese Schutzgelder … diese Gelder aus dem Drogenmilieu und wo auch immer … dass die überhaupt erst mal verdient werden können? Dort ist doch eigentlich der Ansatz! Und dort passiert doch eigentlich auch das, was dann anschließend dann als Auswirkung woanders passiert … die Auswirkung des Geldausgebens oder die Auswirkung der Auseinandersetzung miteinander … die passieren doch dann vielleicht überall … Aber irgendwo wird doch dieses Geld verdient!’
Will sagen: Die Mafia ist das Problem Italiens. Mir doch egal, woher das Geld kommt. Hauptsache Geld.”

Quelle: reskisrepublik
Ja, genau, das ist der ehemalige Bürgermeister aus Erfurt auf der Autorenlesung von Petra Reski.

* Die italienische Zeitung repubblica:
“Spartaco Pitanti ist einer der wichtigsten Organisatoren der ‘Ndrangheta aus Kalabrien – insbesondere von San Luca – für Investitionsentscheidungen zum Kauf von Restaurants, Pizzerien und Hotels in der Gegend von Duisburg und Erfurt.”
Quelle: espresso.repubblica.it

Die MAFIA in Duisburg XXXIII

Sonntag, den 9. November 2008

Auch in Rom wird befürchtet, das durch Verteilungskämpfe der ‘Ndrangheta-Clans Nirta-Strangio und Pelle-Vottari Vergeltungsaktionen wie in Duisburg passieren. Kontrolle des Territoriums nennt sich das, denn immer mehr Drogengelder der ‘Ndrangheta werden in Hotels und Restaurants in Rom angelegt. Dies passt zu unserer Vermutung, das das Da Bruno-Massaker im wesentlichen ein Verteilungskampf innerhalb der ‘Ndrangheta-Clans war und weniger eine Familienfehde.
Quelle: Antimafia Duemila 25. Oktober 2008

Nachtrag zum Prozeß gegen das Buch MAFIA von Petra Reski:
“Antonio Pelle und Rolf Milser, gemeinsame Inhaber des Landhauses Milser, werden von Reski dabei eine gewisse Nähe zur Mafia vorgeworfen. So spricht Reski von Geldwäsche und verwandtschaftlichen Verhältnissen Pelles zu Mitgliedern der Ndrangheta, der kalabrischen Mafia. Zudem behauptet Reski, dass das Landhotel zeitweise dem international gesuchten Clanführer Antonio Romeo als Unterschlupf gedient habe.”
Quelle: DerWesten 5.11.2008

Das Blog von der von mir sehr geschätzten Petra Reski reskirepublik – Die Welt und Venedig. Mafia und Blondienen findet man hier:
“Es war der sizilianische Schriftsteller Leonardo Sciascia, der Anfang der Siebzigerjahre die Theorie von der Palmengrenze prägte: Gemäß einer geologischen Theorie verschiebe sich die Verbreitungsgrenze der Palme aufgrund der Erderwärmung jedes Jahr mehrere hundert Meter weiter nach Norden. Palmen würden also in absehbarer Zeit auch an Orten wachsen, an denen sie heute undenkbar seien. Und genau so verhalte es sich mit der Verbreitung der Mafia. Sie existiere bereits in Norditalien, und werde weiter nach Norden ziehen. Weil sie kein Gegenstaat sei, sondern sich in den Eingeweiden des Staates einniste.
Jetzt wachsen Palmen auch schon in Duisburg und in Erfurt.”
Quelle: reskirepublik

Die MAFIA in Duisburg XXXII

Sonntag, den 9. November 2008

Little Big San Luca in Nordrhein-Westfalen
“I poliziotti dicono che sono sempre qui, appostati nei loro covi. I Pelle e i Vottari sul lato destro del fiume Reno a Duisburg, gli Strangio e i Nirta sul lato sinistro a Kaarst. Certi confini territoriali non li hanno dimenticati, li hanno voluti mantere pure dall’ altra parte del’ Europa. Come è sull’ Aspromonte. I Pelle e i Vottari che spadroneggiano sulla riva destra della fiumara Buonamico, gli Strangio Nirta su quella destra. Così le tribù calabresi hanno ricostruito la loro piccola grande San Luca nel Nord Reno Westfalia.”
Quelle: republica – 31. Juli 2008
Google-Übersetzung

Die MAFIA in Duisburg XXXI

Samstag, den 8. November 2008

Geld statt Ehre?

“München, den 5. November 2008 – In der heutigen, teilweise sehr emotional geführten Verhandlung vor dem Landgericht Duisburg zur von Antonio Pelle beantragten Einstweiligen Verfügung gegen das im Droemer Verlag erschienene Buch der Journalistin Petra Reski „Mafia – Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern“ hat es einen überraschenden Vorschlag des Antragstellers gegeben: Gegen eine Zahlung von 10.000 bis 15.000 Euro dürfe der Name des Antragstellers weiterhin genannt und das Buch unverändert im Umlauf bleiben. Der Antrag war darauf gerichtet, dass der Name Pelles nicht weiterhin genannt werden darf. Der von Droemer beauftragte Anwalt hatte demgegenüber vorgeschlagen, den Namen Pelles und das Landhaus Milser in zukünftigen Auflagen des Buches zu verändern.
Der Verlag zum ungewöhnlichen Vorschlag: „Wir fragen uns ernsthaft, worum es dem Antragsteller eigentlich geht. Das überraschende Vergleichsangebot der Gegenseite verstehen wir jedenfalls so, dass die angebliche Schädigung des Ansehens letztlich doch nicht so schwerwiegend zu sein scheint, als dass man sie nicht mit einer Geldzahlung begleichen könnte. Vermutlich geht es doch wohl eher darum, hier schnelles Geld zu machen, und weniger darum, Persönlichkeitsrechte zu wahren. Die Gegenseite führt damit ihren eigenen Antrag auf eine Einstweilige Verfügung ad absurdum.“

Quelle: Pressemitteilumg Droemer-Knaur Verlag


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