Pegel-Ruhrort …
Freitag, den 26. Dezember 2008… wünscht seinen Freunden und Lesern ein schönes neues Jahr!
… wünscht seinen Freunden und Lesern ein schönes neues Jahr!
Ich werde ja nicht gerade von Kommentaren überhäuft, da freut man sich über jede Kleinigkeit. Aber was ich gestern im Postfach liegen hatte, übertraf meine Erwartungen. Es kam ein fast klassischer Haiku:
Ich hase deutsche.
Fick dein mutter.
Alles kartoffels assis.
Schon fast klassisch, die dunkle Stelle in der ersten Zeile: “Ich hase deutsche.”
Die zweite Zeile hat an zentraler Stelle ein wunderbar verkürztes Possessivpronomen: “Fick dein Mutter.” Die dritte Zeile ist die neudeutsche Ergänzung zum klassischen Ruhrplatt “Dat is dat Einzigste”: “Alles kartoffels assis.” Auch hier wieder grammatikalische Kreativität bei der Pluralbildung. “Wat is der Plural von Kartoffel?” – kartoffels … “Und von Assi?” – assis.
Gibt es eine versteckte Botschaft in diesem Gedicht? Ich glaube schon: schaut euch den ersten Buchstaben jeder Zeile an: I-F-A. Für diese Abkürzung gibts verschiedene Interpretationen:
Unterzeichnet wurde dies Gedicht mit: Cigdemxxxxx@xxxxxx
Çigdem ist der türkische Name für Krocus und auch ein beliebter weiblicher Vorname.
Danke Çigdem!
Während – wie man hört – die Sonderkommissionen aufgelöst werden und wieder der Alltag eingezogen ist, meldet sich in Italien der mutmaßliche Teilnehmer am Da Bruno-Massaker in Duisburg in der italienischen Wochenzeitung PANORAMA zu Wort.
Und was sagt Giovanni Strangio: Naja, das übliche: Ich wars nicht.
“In dem Interview bezeichnete sich Giovanni Strangio als unschuldig verfolgter Italiener, dem nichts anders vorzuwerfen sei, als in San Luca geboren worden zu sein – ein armer, arbeitsamer Italiener, den die Arbeitslosigkeit zwang, nach Deutschland zu emigrieren. Einer, der nach dem Massaker von Duisburg in Sippenhaft genommen worden sei. Für den Mafioso war das Interview ein voller Erfolg. Denn ihm gelang es nicht nur, darin die Existenz der ‘Ndrangheta zu leugnen, sondern auch sich als zärtlich sorgender Vater darzustellen, dessen junge Ehefrau nichts anderes sehnlicher erwartet, als die Rückkehr des zu Unrecht Verfolgten.”
Quelle: reskisrepublik
Im Februar nächsten Jahres gibts ein neues Buch von Jürgen Roth über die Mafia – Und hoffentlich auch mal mehr Informationen zur kalabresischen ‘Ndrangheta.
»Auch deutsche Politiker stehen auf unserer Gehaltsliste. Das große Geld kann man nur verdienen, wenn die Politik mitmacht.« Capo, Pate der Mafia
Erstmals wird dokumentiert, wie die gefährlichsten Mafiaorganisationen Ndrangheta und die Russenmafia Deutschland mithilfe von Politik und Wirtschaft unterwandern. Seit den Morden von Duisburg ist die kalabresische Ndrangheta in Deutschland in der Öffentlichkeit bekannt. Was als Fehde verfeindeter Clans dargestellt wird, ist in Wahrheit nur ein »Betriebsunfall« bei der Unterwanderung Deutschlands durch Mafiaorganisationen – egal ob durch italienische oder russische Clans. Denn es geht längst nicht mehr nur um Schutzgelderpressung, Prostitution oder Drogenhandel, sondern um Macht und Einfluss auf politische und wirtschaftliche Entscheidungen, die man sich durch milliardenschwere Investitionen erkauft, wie in Mecklenburg-Vorpommern oder wie das sizilianische Syndrom in den neuen Bundesländern funktioniert. Auch die Hintergründe des Sachsensumpfes werden erstmals beleuchtet oder wie der russische Geheimdienst in Deutschland operiert und mit der Russenmafia kooperiert. Williger Türöffner beim Eintritt in die ehrenwerte deutsche Gesellschaft spielt eine illustre Seilschaft aus Politik, Wirtschaft und Justiz, die auf beiden Augen blind ist – solange die Kasse stimmt Fazit: Die Mafia ist bei uns angekommen. Ganz oben. Mit brisanten neuen Fakten zu Fällen aus Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Thüringen sowie Österreich und der Schweiz.
Jürgen Roth, Mafialand Deutschland, Eichborn Verlag Ag, Februar 2009
“(…) In Erfurt machte der Kalabrier Spartaco Pitanti von sich reden, der bereits im Jahr 2000 in einem BKA-Bericht erwähnt wurde. Pitanti betrieb in Erfurt das Restaurant ‘Paganini im Gildehaus’: ein Restaurant mit 400 Plätzen, kein schlechter Anfang für jemanden wie Pianti, der laut Aussagen von Ermittlern einst als Pizzabäcker in der Pizzeria ‘Da Bruno’ angefangen hat. (…) Als die Polizei wegen Pitantis mutmaßlicher Beteiligung an einem Mord eine Hausdurchsuchung im Restaurant ‘Paganini’ machte, traf sie dort auf den damaligen thüringischen Ministerpräsidenten Bernhard Vogel und seinen Innenminister Richard Drewes – beide hätten sich durch Zufall dort aufgehalten, beteuerte Pitanti. Der im Übrigen ohnehin über exzellente Beziehungen zur Polizei verfügt: Bei einer weiteren Durchsuchung hatte die Polizei bei ihm einen Ausweis für eine Interpol-Konferenz in Rom gefunden, der ihn als Übersetzer für die usbekische Delegation auswies. Der Ausweis sei vom saarländischen Innenminister ausgestellt worden.”
Quelle: Petra Reski MAFIA, Seite 157-158
“Wie oft sind hier auf dem Präsidium (gemeint ist das Duisburger Polizei-Präsidium, p-g) Italiener vernommen worden, die mittelos nach Deutschland kamen, ein halbes Jahr als Pizzabäcker arbeiteten und schließlich die halbe Innenstadt von Duisburg kauften? Und die auf die Frage, woher das Geld komme, sagten: von meinem Onkel in Italien”
Quelle: Reski, Mafia, Seite. 193
Der Mann ist wirklich aktiv:
“Kassel. Das Warten hat ein Ende. Anfang September wird ein neues Restaurant an der Garnisonkirche (Entenanger) eröffnet. Die bisherigen Namen Rossini und Caruso sind dann Geschichte. “Wir fangen ganz neu an und nehmen dafür noch einmal richtig Geld in die Hand”, sagt Eigentümer Joachim Loh. 150 000 Euro steckt der 65-jährige Unternehmer aus Haiger, der in Kassel auf die Welt kam, in die Renovierung. Noch mehr Geld investiert sein neuer Pächter Spartaco Pitanti. Er steigt mit 400 000 Euro ein.”
Quelle: Nachrichten Kassel, 3.7.2008