Monatsarchiv für Oktober 2008

Die MAFIA in Duisburg XXIX

Freitag, den 31. Oktober 2008

D O K U M E N T A T I O N

Landtag Nordrhein-Westfalen
Ausschussprotokoll APr 14/715
14. Wahlperiode – 04.09.2008
Innenausschuss
44. Sitzung (öffentlich)
4. September 2008
Düsseldorf – Haus des Landtags – 13:30 Uhr bis 15:15 Uhr
Vorsitz: Winfried Schittges (CDU) – Protokoll: Stefan Welter

(…) Mafia in Duisburg
Bericht der Landesregierung

Vorsitzender Winfried Schittges weist darauf hin, dieser Tagesordnungspunkt sei von der SPD-Fraktion beantragt worden.
LdsKD Rolf Behrendt (IM) berichtet wie folgt:
Nach Medienberichten war der Eindruck entstanden, die italienische kriminelle Organisation ’Ndrangheta könne unbehelligt agieren und unterhalte in Duisburg Gastronomiebetriebe, die der Unterstützung des Rauschgifthandels und als Unterschlupf für gesuchte Angehörige der Organisation dienen würden. Der Duisburger Polizeipräsident Rolf Cebin hat in einer Presseerklärung sehr deutlich herausgestellt, dass sich die Aussagen seiner Beamten auf Erkenntnisse aus Ermittlungsverfahren weit zurückliegender Jahre beziehen.
Tatsächlich wurden in der ersten Hälfte der 90er-Jahre von nordrhein-westfälischen Staatsanwaltschaften Ermittlungsverfahren durchgeführt, die den Verdacht des illegalen Handels mit Betäubungsmitteln zum Gegenstand hatten. In einem Fall richteten sie sich gegen den Inhaber eines italienischen Restaurants in Duisburg, in anderen Fällen bestanden Bezüge oder Kontakte zu italienischen Restaurants in Duisburg.
Bereits in den 80er-Jahren wurde in einem von italienischen Staatsangehörigen aus San Luca betriebenen Restaurant in Duisburg ein dort beschäftigter Italiener festgenommen, weil gegen ihn ein Haftbefehl wegen Verdachts der Tötung eines Polizeibeamten in Italien vorlag. Noch 1997 war bei der Staatsanwaltschaft Duisburg ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Geldwäsche gegen den Inhaber eines Gastronomiebetriebes anhängig. Das Ermittlungsverfahren wurde nach Kenntnis der Polizei Duisburg eingestellt, weil der Nachweis einer Straftat nicht erbracht war.
Diese Daten bestätigen, dass es konkrete staatsanwaltschaftliche Ermittlungsver-fahren und Verdachtslagen gegen italienische Inhaber von Gastronomiebetrieben in Duisburg oder mit sonstigen Verfahrensbezügen zu diesen und anderen Gastronomiebetrieben gegeben hat. Im Übrigen weise ich aber auf Folgendes hin:
Die umfassenden Ermittlungen aus Anlass des sechsfachen Tötungsdelikts vom 15. August 2007 haben zu einer weiteren Erhellung und Darstellung der Strukturen der hier und in Kalabrien lebenden Familien und ihrer vielfältigen Verflechtungen geführt. Die bereits vorhandenen Erkenntnisse wurden hierdurch deutlich verbessert. Sie haben den Ermittlern aufgezeigt, wie eng kalabrische Familien ihre Strukturen und Bindungen trotz großer räumlicher Distanz aufrecht erhalten. Diese verbesserte Erkenntnislage führt dazu, dass in nahezu allen Ermittlungsverfahren – auch in jüngeren Ermittlungsverfahren, die von italienischen oder deutschen Behörden gegen einzelne Angehörige dieser im Übrigen sehr großen Familien geführt werden – immer wieder Bezüge zu Familienangehörigen in Deutschland und in Duisburg festgestellt werden.
Damit lassen sich allerdings nicht ohne Weiteres kriminelle Aktivitäten unterstellen. Unser Rechtsstaat fordert mehr als bloße Familienangehörigkeit und Mutmaßungen über Geldflüsse, um Strafverfahren einzuleiten und strafprozessuale Maßnahmen durchzuführen. Soweit der Polizei Informationen vorlagen, die zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Straftat enthielten oder die sich durch weitere Feststellungen zu einem solchen Verdacht verdichten ließen, wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet und an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Das wird auch zukünftig so sein.
Mehrere nordrhein-westfälische Zeitung hätten seit der letzten Sitzung des Innenausschusses berichtet, so Dr. Karsten Rudolph (SPD), dass es in Duisburg offensichtlich doch ein seit mehreren Jahren bekanntes Netzwerk der ’Ndrangheta gebe, das angeblich weiter arbeite. Das sei vom Sprecher der Polizei in Duisburg bestätigt worden.
In Bezug auf den mutmaßlichen Haupttäter Strangio habe sich anhand der im Zuge des Sechsfachmordes genommenen DNA-Proben herausgestellt, dass er derjenige gewesen sein müsse, der 1998 in Bochum einen Raubüberfall begangen habe und offensichtlich auch verhaftet worden sei, wie die neuesten Presseberichte meldeten. Man habe ihm nichts nachweisen können, aber er gehöre offensichtlich zur seit einiger Zeit bekannten Klientel.
Zudem schreibe die Staatsanwaltschaft Duisburg in ihrer justiziellen Ergänzung im Bericht zur Lage der organisierten Kriminalität in Nordrhein-Westfalen, es gebe seit über zehn Jahren eine intensive polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit zwi-schen den Behörden in Duisburg – damit könnten nur Staatsanwaltschaft und Polizei in Duisburg gemeint sein – und Staatsanwaltschaften und Polizeistellen in Italien – wie aus dem Bericht hervorgehe wohl vorwiegend in San Luca. Das Netzwerk sei al-so durchaus bekannt.
Es habe Verdachtsmomente, Ermittlungen, eine Verhaftung und eine Freilassung gegeben, weil die Beweise für den Raubüberfall nicht ausgereicht hätten. Nach poli-zeilichen Ermittlungen im Zuge des Sechsfachmordes gebe es neben den zwei mut-maßlichen Tätern auch Helfershelfer im Umkreis von Duisburg, was den Netzwerk-charakter deutlich mache.
Allgemein sei die Bedrohung durch die Mafia unterschätzt worden. Auch wenn es keine Ansatzpunkte gebe, um Verhaftungen vorzunehmen, müsse man nach den Aussagen der Beobachter, nach dem Lagebild und den Berichten der nordrhein-westfälischen Behörden, von einem Festsetzen der ’Ndrangheta in Duisburg über Jahre hinweg ausgehen.
Die Dokumentation im „ZDF“ sei nicht von Journalisten erfunden worden, sondern beruhe auf Auskünften, die der Innenausschuss von der Landesregierung auch gerne bekommen hätte. Offensichtlich müsse man aber Journalist sein, um den Leiter der Ermittlungskommission in Duisburg zu befragen, der offenherzige und seiner, Rudolphs, Meinung nach kluge Antworten gegeben habe. Auch der Leiter der Abteilung für organisierte Kriminalität und der Leiter des Bundeskriminalamts, der für die Bekämpfung der Mafia zuständig sei, hätten dem Fernsehpublikum Informationen mitgeteilt. Der BKA-Beamte habe von offenbar undichten Stellen bei der Polizei gesprochen, die ein Problem bei der Ermittlung und Überführung von mutmaßlichen Tätern darstellten, und in diesem Zusammenhang auch die Landeskriminalämter sowie örtliche Polizei- und Kommunalverwaltungen genannt, was wahrscheinlich mehr auf Erfurt bezogen gewesen sei.
Daher stelle sich ihm, Rudolph, die Frage, ob bei der nordrhein-westfälischen Polizei in den letzten Jahren Verdachtsmomente auf undichte Stellen aufgekommen seien, dass also Polizeibeamte eine sehr große Nähe zu mutmaßlichen Mafiaangehörigen gehabt hätten, und ob das zu bestimmten Konsequenzen wie beispielsweise Versetzungen, Disziplinarverfahren oder Ähnlichem geführt habe.
Innenminister Dr. Ingo Wolf betont, er wolle mit einer gewissen Legendenbildung aufräumen. Herr Strangio sei vor der Tat nicht in der Weise auffällig geworden, dass man ihn hätte verhaften können. Erst nach der Ausstellung des Haftbefehls im Zusammenhang mit den Mafiamorden sei aufgrund der DNA-Spuren der zweite Haftbefehl erlassen worden.
LdsKD Rolf Behrendt (IM) ergänzt, man habe Strangio erst nach der Tat in Duisburg als Spurenleger des 1998 begangenen Raubes ermittelt. Deshalb sei der Haftbefehl wegen des Raubes erst nach dem Haftbefehl wegen des Sechsfachmordes ausgestellt worden.
In Bezug auf die Frage, ob sich die ’Ndrangheta in Duisburg festgesetzt habe, entgegnet er, die Landesregierung beteilige sich nicht an Spekulationen. Die in den In-terviews im „ZDF“ gemachten Aussagen sowie die in der „Westdeutschen Allgemei-nen Zeitung“ zitierte Aussage, die von Herrn Cebin zeitnah korrigiert worden sei, beruhten auf der Einschätzung eines Kommissariatsleiters, die er auf der Grundlage von im Laufe von ungefähr 15 Jahren entstanden Erkenntnissen abgegeben habe. Seine Ausdrucksweise sei dabei ungeschickt gewesen; die Medien hätten also nicht etwas Falsches dargestellt.
In einem Rechtsstaat könne man Ermittlungen nur bei hinreichenden tatsächlichen Anhaltspunkten für den Verdacht einer Straftat aufnehmen. Sofern sich am Ende der Ermittlungen kein hinreichender Tatverdacht ergebe, habe die Staatsanwaltschaft keine Möglichkeit, Anklage zu erheben.
Mitteilungen von italienischen Behörden könnten lediglich als Hintergrundwissen gespeichert werden, aus dem nicht die Gewissheit abzuleiten sei, dass jemand Angehöriger der Mafia, der ’Ndrangheta, und Straftäter sei, denn es handele sich um weiche Erkenntnisse. Solche Erkenntnisse hätte der Kommissariatsleiter seiner Meinung nach nicht nach außen tragen dürfen; das halte er für unüblich.
Undichte Stellen im Zusammenhang mit der Bearbeitung von Ermittlungsverfahren gegen die Mafia oder die ’Ndrangheta seien ihm nicht bekannt.
Dr. Karsten Rudolph (SPD) entgegnet auf die Ausführungen von Innenminister Dr. Ingo Wolf, die Sachlage in Bezug auf Strangio sei ihm klar. In einem Pressebe-richt habe es aber geheißen, dass der mutmaßliche Täter des Sechsfachmordes schon 1998 in Verdacht geraten und bei der Polizei bekannt gewesen sei. Offensicht-lich handele es sich bei der Meldung von dem damaligen Erlass eines Haftbefehls um eine Falschmeldung, da man ihm diese Tat erst durch die DNA-Spur nachweisen könne.
Seit einigen Tagen sei das Buch von Antonio Pelle verfügbar, in dem er sich sehr über die Landesregierung beklage. Dabei gehe es um einen angeblich nicht wirklich linksliberalen Innenminister, da die Polizei Pelle mit offensichtlichen Bestreifungsaktionen übermäßig drangsaliert und damit seinem Geschäft geschadet habe.
Darüber hinaus stehe zu lesen, dass man einen guten Freund des Autors, der bei der Polizei gewesen sei, im Zuge der Ermittlung nach dem Sechsfachmord auf An-weisung eines weiteren guten Freundes aus dem Innenministerium zur Verkehrspoli-zei versetzt habe. Deshalb frage er, ob es nach bzw. während der Ermittlungen zum Sechsfachmord keine Verdachtsmomente auf undichte Stellen in der Polizei und deswegen auch keine Versetzungen gegeben habe. Nach der Darstellung der Lan-desregierung teile Herr Pelle der Öffentlichkeit offensichtlich etwas Falsches mit. Das müsse die Landesregierung bestätigen können.
Vor dem Sechsfachmord habe sich niemand vorstelle können, dass so etwas in Deutschland passieren könne. Vom Innenminister wolle er wissen, ob die Landesre-gierung aus den neu gewonnenen Erkenntnissen im Sechsfachmord praktische Kon-sequenzen für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität in Nordrhein-Westfalen oder für die Fort- und Weiterbildung gezogen hätte bzw. ob das Personal im Bereich der Bekämpfung der organisierten Kriminalität verstärk worden sei oder man schwerpunktmäßig stärker auf Mafiastrukturen nicht nur in Duisburg schaue, weil es sie vielleicht auch noch an anderen Orten gebe. Der Ausschuss könne keine Konsequenzen erkennen.
MDgt Carl H. von Bauer (IM) führt aus, in der Tat enthalte das von Dr. Karsten Rudolph angesprochene Buch einzelne Darstellungen. Personalmaßnahmen werde man – wie immer – nicht auf dem offenen Markt austragen.
Dr. Karsten Rudolph (SPD) fragt nach, ob die Landesregierung die Darstellungen also nicht dementieren könne.
MDgt Carl H. von Bauer (IM) wendet ein, man sei es dem Betroffenen schuldig, an dieser Stelle nicht auf Einzelheiten einzugehen.
Je weiter Dr. Karsten Rudolph seine Frage formuliere, so StS Karl Peter Brendel (IM), desto schwieriger werde ihre saubere Beantwortung. Zwischendurch sei er sich nicht sicher gewesen, worauf sich die Frage nach den undichten Stellen beziehe.
Landesregierung könne undichte Stellen in der nordrhein-westfälischen Polizei nicht generell und im Allgemeinen ausschließen.
In öffentlicher Sitzung gebe man keine Erklärungen zu Personalangelegenheiten ab. Aus diesem Verhalten könne man weder ein Dementi noch eine Zustimmung noch eine sonstige inhaltliche Aussage ableiten.
Dr. Karsten Rudolph (SPD) weist erneut darauf hin, im „ZDF“ habe ein Beamter des Bundeskriminalamts von undichten Stellen im Zuge der Ermittlungen gegen die Mafia in Duisburg und Erfurt bei der Polizei und bei Kommunalverwaltungen gesprochen. Herr Pelle erhebe zudem den schweren Vorwurf der Versetzung zumindest eines Polizeibeamten aufgrund des Eindrucks, er könne eine zu starke Nähe zu jemandem aufweisen, der eventuell Mitglied einer kriminellen Vereinigung sei. Die Landesregierung habe argumentiert, ein Problem der deutsch-italienischen Zusammenarbeit liege in den Hintergrundberichten. Die italienische Seite spreche hingegen von Problemen bei der Weitergabe von harten Informationen an die deutsche Polizei, weil es in Deutschland undichte Stellen gebe.
Somit komme es zu einem Pingpongspiel zwischen beiden Seiten. Daher versuche er, zu einem Ergebnis zu kommen, um den Kampf gegen die Mafia zukünftig besser führen zu können. Er bietet der Landesregierung an, die Sitzung nichtöffentlich fortzusetzen, weil er eine Antwort der Landesregierung auf die Frage erwarte, ob die von ihm erwähnten öffentlich erhobenen schweren Vorwürfe zuträfen. Schließlich würden auch die Innenpolitiker gefragt, ob die Behauptungen richtig seien.
MDgt Carl H. von Bauer (IM) hält es für fraglich, ob eine von einem BKA-Beamten allgemein ausgesprochene Verdächtigung Anlass für den Verdacht sein sollte, die gesamte nordrhein-westfälische Polizei sei korrupt und es gebe undichte Stellen. Die Landesregierung verfüge über keinerlei Hinweise, die zu irgendeinem strafrechtlichen Anfangsverdacht geführt hätten oder dass es Durchstechereien gegeben habe. Diese Aussage sei das Maximum des zu Verantwortenden.
Sören Link (SPD) zeigt sich von der Antwort nicht befriedigt, denn Dr. Karsten Rudolph habe danach gefragt, ob es im gesamten Verfahren in Bezug auf die Mafiamorde in Duisburg eine undichte Stelle bei der Duisburger Polizei oder bei anderen beteiligten Behörden gebe. Dabei handele es sich um einen eng begrenzten, definierbaren Zusammenhang. Er wolle wissen, ob es zutreffe, dass die Landesregierung über keinerlei Erkenntnisse auf undichte Stellen verfüge und auch keine Konsequenzen gezogen habe.
MDgt Carl H. von Bauer (IM) antwortet: Ein klares Nein.
Aus dieser klaren Antwort ergebe sich der Umkehrschluss, so Sören Link (SPD), dass Herr Pelle in seinem Buch die Unwahrheit sage.
MDgt Carl H. von Bauer (IM) weigert sich, Umkehrschlüsse aus einem Buch zu ziehen, dass er noch nicht gelesen habe. Die Landesregierung habe gesagt, was sie verantworten könne, und keine weiteren Schlüsse zu ziehen.
Monika Düker (GRÜNE) betont, es stünden schwere Vorwürfe gegen die nordrhein-westfälische Polizei im Raum. Sie habe MDgt Carl H. von Bauer so verstanden, dass es in Bezug auf den von Dr. Karsten Rudolph formulierten Vorwurf keinen strafrechtlich relevanten Anfangsverdacht gegen einen Angehörigen der Polizei gebe. Sofern es noch etwas darüber zu sagen gebe, was unterhalb eines relevanten Anfangsverdachts liege, bitte sie ebenfalls um nichtöffentliche Sitzung.
StS Karl Peter Brendel (IM)
erläutert, die Landesregierung habe zweimal die sehr deutliche Erklärung abgegeben: Man verfüge über keine Erkenntnisse.

Quelle: landtag.nrw.de, Seiten 12–18

Das schieben wir den Moslems in die Schuhe

Donnerstag, den 30. Oktober 2008

“Wollen Sie mir erzählen, Sie wollen einen Terroranschlag vortäuschen, um dem Kongress Geld aus der Tasche zu ziehen?

Also Mr. Hennessey, leider habe ich keine Ahnung, wie man den Tod von 4.000 Menschen vortäuschen kann. Darum werden wir es wohl wirklich tun müssen – hmmm, und dann natürlich den Moslems die Sache in die Schuhe schieben.”

Dialog aus dem Hollywood-Film “The Long Kiss Goodnight – im deutschen Verleih: Tödliche Weihnachten – aus dem Jahr 1996

Gefunden in den ausgezeichneten Buch von Jürgen Elsässer: Wie der DSCHIHAD nach EUROPA kam – Gotteskrieger und Geheimdienste auf dem Balkan

Die MAFIA in Duisburg XXVIII

Mittwoch, den 29. Oktober 2008

“Die ZDF-Dokumentation “Im Netz der Mafia” am Dienstag, 19. August 2008, 21.00 Uhr, untersucht die kriminellen Machenschaften dieser Mafiaorganisation in Deutschland. Der sechsfache Mord von Duisburg gilt dabei nur als die “Spitze eines Eisbergs”, wie dem ZDF vorliegende vertrauliche Dokumente des BKA und der italienischen Untersuchungsbehörden nahe legen.
Ein Jahr nach dem blutigen Ereignis begeben sich die ZDF-Autoren Ulrike Brödermann und Philipp Zahn auf Spurensuche. Die Mörder sind noch immer nicht gefasst. Ein italienischer Pizzabäcker wird steckbrieflich von der Polizei gesucht. Jahrelang hatte er nahe Düsseldorf als Pizzabäcker gearbeitet. Samt seiner Hintermänner kommt er, wie auch die sechs Opfer, aus San Luca, der Hochburg der ‘Ndrangheta in Kalabrien. Die süditalienische Kleinstadt ist seit Jahren Schauplatz eines blutigen Clan-Krieges. Es geht um die Vorherrschaft im Drogenhandel, es geht um geschätzte 44 Milliarden Euro Umsatz im Jahr.”
Quelle: klamm.de

Leider habe ich die Dokumentation verpaßt, aber: man findet sie im Internet bei myvideo:

Auf_den_Spuren_der_Moerder_von_Duisburg_Teil_1
Auf_den_Spuren_der_Moerder_von_Duisburg_Teil_2
Auf_den_Spuren_der_Moerder_von_Duisburg_Teil_3
Auf_den_Spuren_der_Moerder_von_Duisburg_Teil_4
Auf_den_Spuren_der_Moerder_von_Duisburg_Teil_5
Auf_den_Spuren_der_Moerder_von_Duisburg_Teil_6
Auf_den_Spuren_der_Moerder_von_Duisburg_Teil_7
Auf_den_Spuren_der_Moerder_von_Duisburg_Teil_8
Auf_den_Spuren_der_Moerder_von_Duisburg_Teil_9_END

sehenswert …

Die rekonstruierte Wirklichkeit?

Mittwoch, den 29. Oktober 2008

“Im Rahmen der Reihe “Die rekonstruierte Wirklichkeit?” zeigen Selver Kabak und Jochen Zimmer morgen, am 30. Oktober 16 Uhr, in der Uni Duisburg (Medienhörsaal LB 237) einen biographischen DokFilm über die Entstehung des militanten Arbeiter- und später Studenten-Widerstands in Italien.
Erzähler ist Antonio Negri, Professor für Staatstheorie, Coautor von “Empire”, 1979 wegen der angeblichen Entführung und  Ermordung des Vorsitzenden der christdemokratischen Partei Aldo Moro und als angeblicher Kopf der Roten Brigaden verhaftet und 1984 zu 30 Jahren Haft verurteilt.
Alexandra Weltz, Andreas Pichler: „Eine Revolte, die nicht endet“. D 2004, 52 Min. (deutsch synchronisiert)
und nächste Woche am Donnerstag, den 6. November, dann den DokFilm von
Holger Meins: „Oskar Langenfeld – 12 Mal“. D 1966 13 Min. sowie  anschließend von Gerd Conradt: „Starbuck Holger Meins.“ D 2002, 90 Min.”

Und wo kommt die ganze Kohle her?

Mittwoch, den 29. Oktober 2008

Telepolis: Hat der Staat eigentlich die 500 Milliarden Euro?
Werner Rügemer: Nein, der hat sie nicht. Aber zunächst einmal muss man sich vergegenwärtigen, was das für eine Absurdität ist: Dieser Staat, der jetzt den Banken Geld in verschiedener Form, sei es durch Garantien oder direkte Zuschüsse und Beteiligungen, zur Verfügung stellen will, ist ja selbst bei den gleichen Banken mit einem ungleich größeren Betrag verschuldet! Und für einen Teil dieser Zuschüsse, die der Staat den Banken geben will, müsste er sich selber bei ihnen wieder verschulden. Das ist ein völlig absurdes Spiel.”

Quelle: Telepolis

Blasphemie in Afghanistan

Mittwoch, den 22. Oktober 2008

“(…) wenn man sich jetzt anschaut, dass der junge Journalist Sayed Parwez Kambakhsh, der letztes Jahr wegen Blasphemie festgenommen und im Januar von einem Gericht zum Tode verurteilt wurde, weil er einen Artikel aus dem Internet heruntergeladen hatte, in dem für die Gleichheit der Rechte zwischen Mann und Frau plädiert wurde, nun zwar nicht mehr sterben soll, sondern nach dem Urteil des Berufungsgerichts in Kabul nur noch 20 Jahre Gefängnishaft erhielt, dann sollte schon auch einmal in der deutschen Öffentlichkeit diskutiert werden, welches politisches System man unterstützt.”
Quelle: Telepolis

Hello, it’s good to be back

Mittwoch, den 22. Oktober 2008

Pressemitteilung des Literaturbüros Ruhr e.V./ 22. Oktober 2008

Das Literaturbüro Ruhr und das Hundertmeister präsentieren im PoesiePalast Ruhr:
Hello, it’s good to be back – Carl Weissner liest Charles Bukowski

Mittwoch, 29. Oktober 2008, 20 Uhr,
Kulturzentrale HundertMeister, Duisburg, Dellplatz 16a
Eintritt 9 €, Vvk. 7 €; Kartenreservierung empfohlen, Karten-Tel. 0203
2 79 16
eMail: karten@hundertmeister.de oder über www.ticketonline.de

Charles Bukowski, 1920 in Andernach geboren, lebte seit seinem zweiten Lebensjahr in Los Angeles. Er galt politisch korrekten Kritikern lange als der „dirty old man“ der amerikanischen Literatur. Doch sein Roman „Der Mann mit der Ledertasche“ zum Beispiel ist schlicht eine großartige Erzählung über Bukowskis eigene Erfahrung als Briefträger bei der amerikanischen Post. Da berichtet ein Underdog mit Witz und
ironischer Schlagkraft über sein Hundeleben und darüber, wie er unmenschliche Normen anarchisch unterläuft. Auch seine Stories „Kaputt in Hollywood“ oder seine „Gedichte die einer schrieb bevor er im 8. Stockwerk aus dem Fenster sprang“ inspirierten ganze Generationen junger Literaten. Nicolas Born schrieb: „In dem Band stehen einige der besten Gedichte, die ich in den letzten Jahren gelesen habe“.
Bukowski selbst hat einmal behauptet, dass er höchstens die Hälfte seiner Gedichte für gelungen halte, von denen er in mal mehr mal weniger stark durchzechten Nächten eine große Menge produzierte. Bukowskis Freund und deutscher Übersetzer Carl Weissner, „dem er letztlich seinen Erfolg verdankt“ (NDR), hat diesen hohen Qualitätsanspruch zum Maßstab genommen für die Zusammenstellung seiner neuen Bukowski-Sammlung „Letzte Meldungen. Neue Gedichte“, die 2007 im Verlag Zweitausendeins erschienen ist. Die sorgfältig ausgewählten Texte in diesem Band entstanden vorwiegend in den siebziger und achtziger Jahren und sind zum Teil die letzten, bisher im deutschen Sprachraum noch unveröffentlichten Gedichte des 1994 verstorbenen Meisters des amerikanischen literarischen Undergrounds.
Carl Weissner mailte uns: „eine stunde fünfzehn lesen? kein problem.
mein vorschlag:
eine halbe stunde bukowski-gedichte (aus dem neuen band bei 2001, „letzte meldungen“) und in der zweiten halben stunde eine reportage von mir über bukowskis beerdigung (eine der besten und lebendigsten, dieich bisher mitgemacht habe; nicht zuletzt dank der mitwirkung von sean penn…). vielleicht lese ich die letzte viertelstunde aus dem bukowski-heft der DDR-Lyrik-Kiosk-Serie ‚Poesiealbum‘ – man könnte fast meinen, der DDR-zensor hätte damals an unserem autor einen narren gefressen; die auswahl war jedenfalls überraschend.“

Carl Weissner studierte Anglistik in Heidelberg und Bonn, ging mit einem Fulbright-Stipendium in die USA und übersetzte anschließend seine amerikanischen Freunde ins Deutsche: Nelson Algren, William Burroughs, Charles Bukowski, Allen Ginsberg; dazu die Songtexte von Bob Dylan und Frank Zappa. Als Literaturagent vertrat er Bukowski, Paul Bowles und John Fante in ganz Europa. Er lebt in Mannheim und schreibt mit zwei amerikanischen Kollegen einen Internet-Roman.

Da lacht der Mafioso

Montag, den 20. Oktober 2008

Während in einem Duisburger Restaurant mit italienischem Besitzer ein Al Capone-Bild an der Wand hängt, schlägt das folgende Buch in die gleiche Kerbe der Verharmlosung krimineller Mafia-Banden:
“Entdecken Sie mit diesem einzigartigen Sprachführer Ihren inneren Don Corleone und finden Sie heraus, welche Potentiale als »Capo« in Ihnen stecken, wie man Schritt für Schritt die wichtigsten Gesten und Mimiken eines Mafioso erlernt, welche Machtphantasien in Ihnen schlummern, wie Sie mit Nadelstreifenanzug und Sonnenbrille den perfekten Look erzeugen, warum Palermo der schönste Ort auf Erden ist. Lesen Sie dieses Buch bevor Ihnen »die Familie« einen Besuch abstattet.”
Quelle: Amazon

.. und das war die “Arbeit” der “Familie”:

” (…) war Palermo von Kriegsende bis Ende des 20. Jahrhunderts fest in der Hand der Mafia. Es war Zentrum zweier großer Mafiakriege und zählte zu den gefährlichsten Städten Europas- 1981 bis 1983 ereignete sich in Palermo durchschnittlich alle drei Tage ein Mafiamord. In den 1980er Jahren kämpften vor allem die Staatsanwälte Giovanni Falcone und Paolo Borsellino dagegen an. 1992 wurden beide in der Nähe Palermos von der Mafia umgebracht. Erst unter dem “Antimafia”-Bürgermeister Leoluca Orlando (Amtszeit 1985-2000) blühte das öffentliche, wirtschaftliche und kulturelle Leben der Stadt wieder auf. Unterstützt von anderen Politikern, von Künstlern und von der Bevölkerung setzte er den Kampf gegen die Mafia fort.”
Quelle: Wikipedia

Vom Auszählen und Auszahlen

Sonntag, den 19. Oktober 2008

“Dann schließe ich die Abstimmung, bitte die Schriftführerinnen und Schriftführer mit der Auszahlung zu beginnen.”
(Bundetagspräsident Norbert Lammert am Freitag nach der namentlichen Abstimmung über einen Änderungsantrag der Grünen zum Rettungspaket für die Banken)
Quelle: Deka, gefunden bei heise online

Dazu wie immer ein aktueller Literturtip:
Sigmund Freud “Zur Psychopathologie des Alltagslebens – Über Vergessen, Versprechen, Vergreifen, Aberglaube und Irrtum”

Die MAFIA in Duisburg XXVII

Freitag, den 17. Oktober 2008

Friedlich liegen sie in der Meierschen Buchhandlung nebeneinander: drei neue Bücher über die Mafia, in zwei davon kommt Duisburg und das Da Bruno-Massaker vor:

Ich fange mal mit dem Buch von Petra Reski an: mein erster Tip: kaufen und lesen. Titel und Untertitel dieses wirklich guten Buches sind leider dem Marketing geschuldet: es kommen zwar viele Paten vor, wenig Pizzerien, aber die im Untertitel erwähnten “falschen Prister” sind tatsächlich richtige Priester. Durch diesen wirklich dämlichen Untertitel geht verloren, um was es auch in diesem Buch geht: die Beschreibung der Duldung und Deckung der Mafia durch katholischer Kirchenmänner.
Während Savianos Buch Gomorrah wunderbar zu lesende Literatur mit einem eher traurig-melancholischen Unterton ist, schreibt Reski als Journalistin. Und es ist wieder Literatur herausgekommen, nur eben eine etwas andere. Schwerpunkte sind bei ihr wie schon angemerkt: die katholischen Priester, aber auch die Rolle der Frauen und der Kinder der Mafiosi, dann die Verbindung von Politik und Mafia besonders am Beispiel Silvio Berlusconis. Mehr dazu im zweiten Teil. Jetzt erst einmal ein paar Schmankerl aus dem Buch zu Duisburg und der ‘Ndrangheta-Verbindung:
“Ziel unseres Ausfluges war das Landhaus Milser. Ein Hotel, das ‘Ausdruck südlichen Lebensgefühls’ sei, wie der Hotelprospekt verhießt. Es befand sich am Rande von Duisburg, zwischen Wiesen und kleinen Waldstücken.
C…) In einer Truhe neben dem Eingang waren einige Medaillen des Gewichthebers Rolf Milser ausgestellt, der das Hotel zusammen mit dem Kalabresen Antonio Pelle gegründet hatte. Berühmt wurde das Hotel, als es während der Weltmeisterschaft 2006 die italienische Fußballnationalmannschaft beherbergte. Und als das Massaker von Duisburg geschah. In jenen Augusttagen gab es kaum ein Interview, in dem sich der kalabresische Besitze , der aus San Luca stammende Antonio Pelle, nicht dagegen verwehrt hätte, in Sippenhaft genommen zu werden: Nicht alle aus San Luca stammenden Kalabresen seien Mafiosi, lieber wäre er auf dem Mond zur Welt gekommen als in San Luca.
Tatsächlich war das Hotel schon geraume Zeit zuvor dem Bundeskriminalamt aufgefallen. In seinem Bericht über die ‘Ndrangehta in Deutschland tauchen sowohl Rolf Milser als auch Antonio Pelle auf, gegen die wegen des Verdachts auf Geldwäche ermittelt wurde. Obwohl weder Antonio Pelle noch Rolf Milser über genügend finanzielle Mittel verfügt hätten, so der Bericht, konnten sie für neunzehn Millionen Mark das Hotel ‘landhaus Milser’ errichten – pikanterweise noch dazu in einem Wasserschutzgebiet. Spätere Ermittlungen konnten keine Anhaltspunkte für Geldwäscheaktivitäten finden, sie stellten nur fest, dass das Hotel mit Hilfe von EU-Subventionen sowie mit Krediten des Bundes, des Landes und der Stadt finanziert worden sei. Antonio Pelle habe verwandtschaftliche Beziehungen zu dem ‘Ndrangheta-Clan Romeo. Und auch Rolf Milser sei diesem verwandtschaftlich verbunden: Rolf Milsers Exfrau ist die Schwägerin von Antonio Pelle.
Auch wenn keine illegalen Geldströme nachgewiesen werden konnten, biete das Hotel eine hervorragende Möglichkeit, international gesuchte Clanmitglieder zu verstecken und bei der Tilgung der Kredite Gelder zu waschen, stellt der BKA-Bericht fest. Italienischen Ermittlern zufolge habe sich der international gesuchte Clanführer Antonio Romeo eine Zeitlang in dem Hotel versteckt gehalten. Und ein abtrünniger Mafioso gab an, dass der Lebensmittellieferant des Hotels, ein aktenkundiger ‘Ndranghetista, angeblich fünfzehn Millionen Mark für ein Hotel in Duisburg gezahlt habe. Das Landhaus Milser. Gesicherte Erkenntnisse gibt es aber dazu nicht.
So weit das BKA. (…)
Als Don Pino, der Pfarrer von San Luca, nach Duisburg gereist war, um seine Versöhnungsmesse abzuhalten, verbrachte er die Nacht in dem Landhotel Milser. Wie es sich für Kalabresen gehört. Landsleute sind immer füreinander da.

Petra Reski “MAFIA – Von Paten, Pizzerien und falschen Priestern”, Droemer Verlag, Seiten 196–199

Nachtrag: Während ich noch am Korrigieren bin, lesen schon mehrere Leute diesen Artikel, scheint ja doch interessant zu sein.


Creative Commons License
This work is licensed under a
Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Germany License.