Monatsarchiv für April 2008

Es gibt keine realistische Perspektive …

Dienstag, den 22. April 2008

“Henry Siegman, ehemaliger Direktor des American Jewish Congress, heute Präsident des ‘US/Middle East Project’, kommt unter der Überschrift ‘Israels falsche Freunde’ in der Süddeutschen Zeitung vom 10.04.2008 (sueddeutsche.de) zu Wort:

“Es gibt keine realistische Perspektive für einen souveränen palästinensischen Staat. Und dies vor allem deshalb, weil die zahlreichen israelischen Regierungen von 1967 bis heute nie die Absicht hatten, einen solchen Staat Wirklichkeit werden zu lassen.”

“Erstaunlich ist [...]: dass die Völkergemeinschaft so tut, als nehme sie Israel die Behauptung ab, das Opfer zu sein, die von ihm besetzten Menschen aber die Aggressoren. Deshalb erlaubt sie weiterhin die Enteignung der Palästinenser, dass hier die Gesetze des Dschungels walten. [...] Wenn die Völkergemeinschaft Israel weiterhin die Behauptung abkauft, sein Wunsch nach einer Zwei-Staaten-Lösung werde durch die Palästinenser enttäuscht, wird deren Vertreibung in der Tat unumkehrbar. Und wenn westliche Länder vor dem Hintergrund ihrer Schuld am Holocaust glauben, ihre Hinnahme eines solchen Ergebnisses sei ein Akt der Freundschaft mit dem jüdischen Volk, so könnte es keinen größeren Irrtum geben. Die Palästinenser aufzugeben, kann keine Sühne dafür sein, die Juden Europas aufgegeben zu haben. Und es würde auch nicht der Sicherheit des Staates Israel dienen.”

“Barrikaden und Checkpoints der Armee, Kampfhubschrauber und Düsenjäger, gezielte Ermordungen und militärische Übergriffe, ganz zu schweigen vom massiven Diebstahl palästinensischen Lands. Ist es nicht vollkommen unehrlich, so zu tun, als wäre Israels Besetzung nicht selbst ein unerbittlicher Akt der Gewalt gegen drei Millionen palästinensische Zivilisten?”

“Es muss gemeinsam gegen einen Kolonialismus vorgegangen werden, der den einstigen noblen jüdischen Befreiungskampf entwertet. Oder die Teilnehmer von Friedenskonferenzen, egal welch guter Absicht, sind nur Staffage bei einer grausamen Täuschung.”

Quellenzitat: Arbeiterfotografie

Mal ‘ne andere Ansicht zu Tibet gefällig ?

Montag, den 21. April 2008

” Operationen gegen China · 15.04.2008 · LHASA/WASHINGTON/BERLIN

Mehrere Vorfeldorganisationen der Berliner Außenpolitik unterstützen seit Jahren die tibetischen Exilstrukturen im indischen Dharamsala. Dabei handelt es sich unter anderem um organisatorische Hilfsmaßnahmen, die es der “Exilregierung” in Dharamsala ermöglichen, ihre gegen die Volksrepublik China gerichteten Aktivitäten weltweit zu orchestrieren. Kooperationen mit der “Exilregierung” und anderen Einrichtungen des tibetischen Exils unterhalten vor allem die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung sowie die Heinrich-Böll-Stiftung (Bündnis 90/Die Grünen). Gleichgerichtete Tätigkeiten führen heute auch Vorfeldorganisationen der US-Außenpolitik durch. Washington hatte schon in den 1950er Jahren mit Millionensummen in Tibet interveniert, damals aber sogar bewaffnete Aufstände von Tibetern gegen die Volksrepublik unterstützt. Deutsche Organisationen nahmen sich gegen Ende der 1980er Jahre der Tibet-Thematik an, als China zum globalen Konkurrenten des Westens aufzusteigen begann. Die aktuellen Aktivitäten sind geeignet, Beijing recht empfindlich zu schwächen. Sie ergänzen weitere deutsch-amerikanische Maßnahmen, die den Aufstieg des ostasiatischen Konkurrenten bremsen sollen.”

… den ganzen Text lesen: german-foreign-policy.com

“Eine Vorfeldorganisation der Berliner Außenpolitik ist maßgeblich in die Vorbereitung der aktuellen antichinesischen Tibet-Kampagne involviert. Dies geht aus Tagungsberichten und aus Recherchen eines kanadischen Journalisten hervor. Demnach wird die Kampagne von einer Zentrale in Washington gesteuert, die im Mai 2007 auf einer Tagung der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung mit der Organisierung weltweiter “Proteste” beauftragt worden ist. Die Pläne wurden unter Mitwirkung des US State Department und der selbsternannten tibetischen Exilregierung erarbeitet. Sie sehen publikumswirksame Aktionen während des olympischen Fackellaufs vor und sollen im August während der Spiele in Beijing ihren Höhepunkt erreichen. Die Kampagne startete bereits im vergangenen Sommer und profitiert nun von den aktuellen Unruhen im Westen der Volksrepublik China, die von den deutschen Medien mit deutlichem Interesse begleitet werden. Die Unruhen begannen mit mörderischen pogromartigen Überfällen tibetischer Banden auf nicht-tibetische Bevölkerungsteile, darunter die muslimische Minderheit Chinas. Sie forderten zahlreiche Todesopfer unter den Nicht-Tibetern und provozierten damit Reaktionen der chinesischen Sicherheitskräfte.”

Quelle/ganzer Text: german-foreign-policy.com

Das Interview mit dem Sinologen und Ethnologen Dr. Ingo Nentwig sollte man auch mal lesen: Tibet ohne Mythos.

Zwei kleine Sätze über Broder

Montag, den 21. April 2008

“Broder hat eine bedauerliche Wandlung vom großmäuligen Stilisten zum ressentimentgesteuerten Ätzer durchgemacht. Statt klarer Gedanken sind es primitive Reflexe, die in beinah jedem seiner Sätze gegen ihn verwendet werden können.”

Quelle: Jüdische Zeitung

Tibet und tagesschau.de

Montag, den 14. April 2008

Die Diskussion der Tibet-Frage nimmt immer absurdere Formen an. So schreibt tagesschau.de:

“Im Kampf um die Meinungshoheit im Tibet-Konflikt hat China auch deutsche Medien entdeckt. Eine Umfrage von tagesschau.de zum olympischen Fackellauf löste auf chinesischen Webseiten eine großangelegte Manipulationskampagne aus. Die bereits vor Tagen beendete Abstimmung, ob der Fackellauf nach den anti-chinesischen Protesten abgebrochen werden sollte oder nicht, sorgt dank chinesischer Internet-Nutzer für immense Klickzahlen.”

Quelle: Tagesschau vom 14. April 2008

Also Erstens: nicht nur den Chinesen ist aufgefallen, wie tendenziös und manipulativ in den deutschen Medien der Tibet-Konflikt behandelt wird. Schon in den ersten Tagen der Auseinandersetzungen in Tibet konnte man Dank des Internets sehen, wie die deutschen Medien fälschten das sich die Balken bogen. Entschuldigt haben sich bisher die wenigsten Agenturen, Zeitungen und andere Medien für das manipulierte Bildmaterial.
Zweitens: das Internet ist nun mal international. Wenn tagesschau.de nur die Meinung deutscher Internetnutzer interessiert, sollte sie es auch sagen und mit einer simplen IP-Sperre den Rest der Welt draußen lassen. Und Drittens: wie soll man eine Umfrage manipulieren, die bereits vor Tages beendet wurde? Das weiß wohl nur tagesschau.de. So einen Artikel nenne ich manipulativ.

Nachtrag: diesen kurzen Text habe ich in den tagesschau-blog gepostet. Er wurde kommentarlos gelöscht. So macht man das.

Irak: Military Deaths By Year/Month

Sonntag, den 13. April 2008
Period US UK Other Total Days Avg
4-2008 21 0 0 21 13 1.62
2-2008 29 1 0 30 29 1.03
12-2007 23 1 0 24 31 0.77
10-2007 38 1 1 40 31 1.29
8-2007 84 4 0 88 31 2.84
6-2007 101 7 0 108 30 3.6
4-2007 104 12 1 117 30 3.9
2-2007 81 3 1 85 28 3.04
12-2006 112 1 2 115 31 3.71
10-2006 106 2 2 110 31 3.55
8-2006 65 1 0 66 31 2.13
6-2006 61 0 2 63 30 2.1
4-2006 76 1 5 82 30 2.73
2-2006 55 3 0 58 28 2.07
12-2005 68 0 0 68 31 2.19
10-2005 96 2 1 99 31 3.19
8-2005 85 0 0 85 31 2.74
6-2005 78 1 4 83 30 2.77
4-2005 52 0 0 52 30 1.73
2-2005 58 0 2 60 28 2.14
12-2004 72 1 3 76 31 2.45
10-2004 64 2 2 68 31 2.19
8-2004 66 4 5 75 31 2.42
6-2004 42 1 7 50 30 1.67
4-2004 136 0 5 141 30 4.7
2-2004 20 1 2 23 29 0.79
12-2003 40 0 8 48 31 1.55
10-2003 44 1 2 47 31 1.52
8-2003 35 6 2 43 31 1.39
6-2003 30 6 0 36 30 1.2
4-2003 74 6 0 80 30 2.67

Quelle: icasualties.org


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