Monatsarchiv für November 2007

Killerargumente

Freitag, den 30. November 2007

Es ist schon erstaunlich was dabei herauskommt, wenn man sich mal genauer vermeintlich seriöse Sendungen anschaut. So gibts zum Thema Killerhund … äh … “Killerspiele” im “öffentlich-rechtlichen Fernsehen” von ARD und ZDF Unwahrheiten, Lügen und sogar Fälschungen zu hören und zu sehen. Aber da sind immer welche, die genauer hinsehen und hinhören.

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Die Freiheit selbst wird kriminalisiert

Sonntag, den 25. November 2007

In der Zeitschrift FREITAG (No. 47) erschien die Tage ein Artikel von Andrej Holm “IM KREIS — Von der Logik von 129a-Verfahren – statt Straftaten aufzudecken, werden Verdächtige geschaffen.”
“Andrej Holm, Sozialwissenschaftler und Lehrbeauftragter an der Humboldtuniversität Berlin mit den Forschungsschwerpunkten Stadterneuerung und Gentrification, wurde am 31. Juli 2007 wegen Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verhaftet. Am 22. August wurde die Haft ausgesetzt, am 24. Oktober der Haftbefehl aufgehoben.”

Sehr lesenswert, wird hier doch schön klar und knapp umrissen, was die Sicherheitsparanoiker in Schäubles Innenministerium vorhaben.

Quelle und Artikel: Freitag47

UniFilmClub im Jazzkeller “djaezz”

Samstag, den 24. November 2007

“Damit wir nicht das rechte Augenmaß verlieren, zeigt der UniFilmClub im Jazzkeller “djaezz”, Börsenstraße 11, Duisburg-Mitte, zwischen all den Eigenproduktionen am kommenden Dienstag, dem 27. November 20:30 wieder einmal einen Klassiker des italienischen Neorealismus: “ACCATTONE – Wer nie sein Brot mit Tränen aß”. Der erste eigene Spielfilm von Pier Paolo Pasolini (Italien 1961 – italienischer Beitrag bei der PasoliniBiennale Venedig 1961), 115 Min s/w , deutsch synchronisiert oder ital Originalversion – man kann ja abstimmen); mit Franco Citti und Franca Pasut; Regieassistent Bernardo Bertolucci.
“Eine Tragödie ohne Hoffnung, weshalb ich mir wünsche, daß es einige Zuschauer geben wird, die im Kreuzzeichen, mit dem der Film schließt, eine Bedeutung von Hoffnung sehen werden.” (PPP)

Aber am Dienstag, den 4. Dezember geht es wieder mit eigenen Filem weiter. Claus Strobel zeigt ab 19:30 im großen Saal des Café Steinbruch, Lotharstraße 318-320, 47057 Duisburg-Neudorf, die vier in seinem diesjährigen Praxisprojekt “Dokumentarfilm” entstandenen studentischen DokKurzfilme. Viel Spaß.”
Dank an Jochen für die Infos!

Die MAFIA in Duisburg XV

Samstag, den 24. November 2007

Gerade lese ich das Buch “Das Engelsgesicht – Die Geschichte eines Mafia-Killers aus Deutschland” vom Spiegel-Redakteur Andreas Ulrich zu Ende. Interessant ist am Buch, dass es von der kalabresischen Mafia — der ‘Ndrangheta — in Mülheim und Corigliano Calabro handelt. Es ist die Geschichte von Giorgio Basile, aufgewachen in Mülheim der 70/80er-Jahre. Absolut nervend am Buch ist der Stil. Schon mal einer älteren Frau zugehört, die eine Geschichte erzählt bei der sie alle handelnden Figuren nur durch Heben und Senken der Stimme unterscheidet? Genau so liest sich das Buch: man hat die ganze Zeit das Gefühl, hier erzählt jemand eine Geschichte, dessen Gerüst aus basile.jpgTonbandprotokollen besteht, der Rest ist phantastische Literatur die vom Erzähler Ulrich in wechselnden Rollen vorgetragen wird. Und nervig sind die Kleinigkeiten der Erzählung: Welchen Wert hat z.B. die Bemerkung von Ulrich, das der ermordete Duisburger Diskotheken-Besitzer Möhlenbeck (Duisburg, Moselstraße 1a) Angora-Unterhosen anhatte? Aber es sind schließlich die Kleinigkeiten, die ein Buch füllen (hier 318 Seiten), nicht wahr?
Leider finden sich sachliche Fehler schon auf Seite 27 : “Er (gemeint ist der Kripobeamte Wirth vom Bayerischen LKA) lernte, das der Süden Italiens über Jahrhunderte hinweg von Eroberern und Piraten heimgesucht wurde, von Sarazenen, Venezianern, Türken und Spanieren. (..) So entstanden Geheimbünde, die trotz wechselnder Herrscher die gewachsenen Strukturen von Recht und Besitz aufrechterhielten. (…) Die Omertà, das Schweigegebot, wurde ehernes Fundament der Geheimbünde.”
Was sagt der Sozialhistoriker Anton Blok in seinem Buch “Die Mafia in einem italienischen Dorf 1860–1960″ über die Enstehung der Mafia:
“Die Mafia entstand zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als der Bourbonenstaat versuchte, die Macht des traditionellen grundbesitzenden Adels zu beschneiden, und sich für die Befreiung der Bauern stark machte.” (Seite 27)
Ulrich schreibt in seinem Buch einfach die Folklore der Mafia weiter. Denn die stand schon immer auf den Seiten der Herrschenden, erst waren es die Großgrundbesitzer, später die Democrazia Cristiana DC (der italienischen Entsprechung zur deutschen CDU/CSU). Politisch läßt sich auch die Mafia einordnen: rechtskonservativ-religiös (unter dieser Rubrik sortiere ich bekannte Politiker und Kirchenfürsten genaus so wie Islamisten).

Ende Teil 1

Ohne Gott keine Moral?

Samstag, den 24. November 2007

Ein schöner Kommentar zur Kerner-Sendung mit Richard Dawkins (am 15. November um 23.15 Uhr). Und noch schöner, diesen Kommentar zur Sendung fand ich in einem katholischen Forum, auch hier findet sich Intelligenz (allerdings habe ich das Gefühl, der folgende Kommentar ist nicht von einem Katholiken/Christen:

“Neben der unerträglichen Übersetzung, die auch Oberhirte Hubers intellektuelle Fähigkeiten deutlich überansprucht hat (ja, Herr Huber, der Übersetzer braucht schon Zeit, um Dein Gesabbel zu übersetzen, der beamt das dem Dawkins nicht wie der Heilige Geist direkt ins Hirn), redeten alle an Dawins vorbei, der sich permanent fragte (äußerlich an der ungläubigen Miene zu erkennen) “Was haben die Einwände der Christenfraktion mit meinem soeben Gesagten zu tun?”.
Da gab es das übliche Gewäsch von ohne Gott keine Moral, Menschenrechte, Liebe, Urgrund. Positiv dabei: Geißler hatte offenbar schonmal was von Kant gelesen, und Jaschke attestierte sogar Nazis einen Glauben, weshalb man aufpassen müsse, das Glaube nicht gewalttätig aus dem Ruder laufe. Negativ dabei: Keiner hatte kapiert, daß es darum gar nicht ging. Dawkins Hinweis, daß es ihm darum gehe, ob es Gott in realiter überhaupt gebe, daß man Beweise benötige, um objektive Wahrheiten zu verkünden, wurde apodiktisch ignoriert.
Immerhin hatte Huber eines richtig erkannt: “Das kann ich weder intellektuell noch wissenschaftlich verstehen.” Ja, das stimmt auffallend.
Anstatt also über Dawkins Antihaltung zu Gott zu reden, wurde über Dawkins Antihaltung zur Religion geredet. Da wurde in völliger Unkenntnis der Weltlage auf deutsche Verhältnisse verwiesen, wobei man so tat, als wäre das, was Jesus eigentlich schon immer wollte. Geistiger Tiefpunkt Hubers: Die “Wiederentdeckung des persönlichen Gewissens durch die Protestanten”. Könnte ein neuer Jack-The-Chick-Comic werden. Ach ja, bei der Gelegenheit wurde so übelst fehlübersetzt, daß es sogar Dawkins aufgefallen ist.
Der interessanteste Punkt von Dawkins Ausführungen ging aber sofort unter: Daß man Glaube nicht respektieren müsse, nur weil es Glaube ist. Da muß schon mehr kommen, weil man ansonsten nämlich jeden Mist respektieren müßte, den einer so glaubt.”

Quelle: myKath

Die MAFIA in Duisburg XIV

Samstag, den 24. November 2007

The mob in Germany

“The extent of mob influence is definitely underestimated in Germany, said Mafia expert Jürgen Roth.

‘When Berlusconi was in power there was very little information coming out of Italy,” he explained. “The Mafia took the opportunity to get a foothold in Germany. There is now barely any knowledge of the Mafia’s criminal structures here. It is active mainly in the area of money laundering, drug and weapons trading, protection racketeering and prostitution.”

While the biggest ‘Ndrangheta presence is in eastern German states such as Thuringia and Saxony, Roth says Cosa Nostra has a higher profile in Baden-Württemberg, where CDU state premier Günther Oettinger has even been accused of ties to a leading ‘Ndrangheta member. The state’s premier between 1978 and 1980, Lothar Späth, was also accused of contacts to Mafia kingpin Vito Palazollo, Cosa Nostra’s top money launderer.

Earlier this month, Italy’s leading Mafia hunter, Piero Grasso, warned Germany in the Neue Osnabrücker Zeitung daily that the mob was even beginning to penetrate legitimate business circles in Germany.

“The size and profit potential of German markets, as well as German law, makes the country highly attractive to organized criminals,” he said. “Their goal is to infiltrate legal financial circles in order to invest illegally gained funds with a long-term aim of dominating price wars and creating monopolies.”

Quelle: dw-world

Die Welt ist im Krieg, aber gegen wen?

Samstag, den 24. November 2007

“Zuerst hörten die Leute auf, über Vergnügen zu reden. Essen ist Vergnügen, aber sie erzählen, dass man sich vor zu hohem Cholesterin schützen muss. Wenn man Sex hat, kann man AIDS bekommen. Wenn man raucht, kann man Krebs bekommen. Aber Rauchen ist ein Vergnügen – Ich bin Raucherin, ich verspreche es Ihnen. Essen ist Vergnügen. Liebe ist Vergnügen.
Tatsache ist: Wir kennen den Feind nicht, darum fürchtet sich die Welt. Die Welt ist im Krieg, aber gegen wen? Bin Laden wird zu Saddam und Saddam wird jemand anderes. Alle reden über Sicherheit. Sicherheit, Sicherheit, Sicherheit. Aber Sicherheit heißt auch weniger Freiheit. Eine Gesellschaft, die auf Sicherheit fixiert ist, wird konservativer. Wer Freiheit will, hat mehr Risiken. Das geht zusammen. Ich selbst bevorzuge Risiken, und manchmal tut es halt weh.
Die Anti-Raucher-Gesetze sind für mich eine Vergewaltigung der persönlichen Freiheit. Warum ist der Staat plötzlich so besorgt um unsere Gesundheit? Alles andere ignoriert er doch auch: beschissene Luft, beschissenes Essen, beschissene Arbeitsbedingungen. Das Problem hat für mich tiefere Ursachen. In unserer extrem konservativen Zeit gilt Rauchen als sexueller Akt. Da geht etwas in eine Öffnung des Körpers hinein, kommt wieder heraus und bereitet Genuss.”

Quelle: Marjane Satrapi (Persepolis) in Telepolis

Fetisch Handy

Donnerstag, den 22. November 2007

Es gibt Sachen, die geben einen zu denken. Ich sitze in der Straßenbahn, vor mir eine junge Frau in muslimisch korrekter Kleidung mit einem Handy in der Hand. Und was ich dann sah, erstaunte mich dann doch: sie hielt ihr Mobiltelefon in der linken Hand und streichelte fast zärtlich die Ränder des Gerätes nach. Einmal linksrum, einmal rechtsrum, dann das Ganze noch zweimal von oben nach unten. Eine kleine Drehung — dann mit dem Zeigefinger kurz den Rücken des Telefons streicheln. Mit der Fingerspitze drückte sie dann die unter der Oberfläche der Kratzschutzfolie liegenden kleinen Luftblasen raus. Und da fiel mir wieder ein interessantes Phänomen auf: Es gibt Menschen, die die auf Displays geklebten Kratzschutzfolien niemals entfernen.

Na also, geht doch!

Samstag, den 17. November 2007

Wie Spiegel-Online nicht berichtete, wurde der Vertrag vom Spiegel-Verlagsleiter Stefan Aust nicht verlängert. Die Mitarbeiter wollen ihn nicht mehr. Ab 2008 kann man vielleicht wieder SPIEGEL lesen, allerdings habe ich noch folgende Vorschläge zwecks inhaltlicher Verbesserung:
Broder, den “tiefgläubigen Katholiken” Matussek, Musharbash und den Rest der neoliberalen Kriegstreiber-Fraktion am Besten sofort entlassen.

Folterkomplizen

Mittwoch, den 14. November 2007

“KABUL/BERLIN (german-foreign-policy) – Zum wiederholten Male werfen Menschenrechtsorganisationen den deutschen Besatzungskräften in Afghanistan Komplizenschaft mit Folterern vor. Wie amnesty international (ai) in einem gestern veröffentlichten Bericht schreibt, liefern die ISAF-Truppen afghanische Gefangene an den Kabuler Geheimdienst (National Directorate of Security, NDS) aus. Dem Bericht zufolge sind in Kerkern des NDS Misshandlungen und willkürliche Freiheitsberaubung an der Tagesordnung. Laut amnesty sind zudem mehrere Personen nach der Überstellung an den Geheimdienst verschwunden. Erst in der vergangenen Woche war die Bundeswehr involviert, als 34 Aufständische im Verlauf von Kampfhandlungen festgenommen und an die zuständigen afghanischen Stellen ausgeliefert wurden; gewöhnlich bemächtigt sich der NDS solcher Gefangener. Der Vorwurf von amnesty international wiegt umso schwerer, als deutsche Repressionskräfte schon im Zusammenhang mit der Verschleppung von Verdächtigen nach Afghanistan der Kollaboration mit Folterern beschuldigt worden sind. Der afghanische Geheimdienst ist mit finanzieller Unterstützung aus Deutschland aufgebaut worden. Er verfügt über enge Beziehungen zur deutschen Auslandsspionage.”

Quelle und mehr: www.german-foreign-policy.com/de


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